Allgemeines

Vorweg muss gesagt werden, dass es sich im geschlossenen Strafvollzug um eine öffentliche Aufgabe handelt, die aber von der Öffentlichkeit nicht einseh- und wahrnehmbar ist. Das Gefängnisleben spielt sich ausschliesslich hinter den Mauern ab. Nur sehr wenige Gefangene kommen in den Genuss von Vollzugsöffnungen wie Ausgang, Urlaub oder Aussenarbeit.

Ist zu erwarten, dass der Straftäter zu einer unbedingten Freiheitsstrafe oder zu einer Massnahme verurteilt wird, kann ihm gestattet werden, den Vollzug vorzeitig in der JVA Lenzburg anzutreten. Gegenwärtig sind nur gerade 60% aller Gefangenen rechtskräftig verurteilt. In der JVA Lenzburg werden grundsätzlich flucht- und gemeingefährliche resp. erheblich rückfallgefährdete Delinquenten aufgenommen. Sie ist ein 24-Stunden-Betrieb mit 365 Tagen Personalpräsenz.

Wir beherbergen rund 180 Gefangene aus über 30 verschiedenen Nationen.

Etwa 80% unserer Gefangenen sind Ausländer und der grössere Teil von diesen sind so genannte Kriminaltouristen.

Von den rund 180 Gefangenen ist ein Anteil von 15–20% entweder verhaltensauffällig, leidet an einer affektiven Störung (z.B. Depression), einer Persönlichkeitsstörung, an einer Psychose (z. B. Schizophrenie, Verfolgungswahn, manische Erkrankung) oder an einer erheblichen Störung der sexuellen Ausrichtung.